Die Demenz-Erkrankung

Was versteht man unter dem Begriff "Demenz" ?

Wörtlich bedeutet „DEMENZ“ ohne Geist, ohne Verstand.

Der Begriff Demenz beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten des Gehirns, die fortschreitend zum Verlust geistiger Fähigkeiten führen. Eine davon ist die Alzheimer-Demenz (AD). 

Um eine Demenz zu definieren gibt es verschiedene Klassifikationssysteme. Eines der gängigsten ist der ICD-10 (International Classification of Diseases, Version 10).

Das Krankheitsbild nach ICD-10 ist für Demenz wie folgt:

  • Störung des Gedächtnisses UND mindestens einer weiteren Gehirnfunktion (z.b. Sprache, Orientierung, Urteilsfähikgeit)
  • Beeinträchtigung in der selbständigen Bewältigung des Alltags
  • Dauer der Symptome mindestens 6 Monate
  • Chronisch fortschreitender Verlauf
  • Es handelt sich um eine Verhaltensänderung (Bewusstseinsstörungen bzw. Delir sind Ausschlusskriterien)

Einteilung der Demenzen

Es gibt viele Demenzformen. Die häufigste ist die Alzheimer Demenz (AD).

Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Demenztypen unterschieden.

Bei primären ist die Hirnfunktion an sich krankhaft verändert. Bei sekundären Demenzen sind die Symptome eine Folge einer anderen Grunderkrankung.

 

Alzheimer-Demenz

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Es gibt keinen einfachen Schnelltest, um die Diagnose sofort und mit Sicherheit stellen zu können. Es wird weitestgehend mit der Ausschlussdiagnose vorgegangen. Das bedeutet, dass zuvor alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen werden müssen.

Eine zu wenig sorgfältig durchgeführte Beurteilung kann dazu führen, dass fälschlich die Diagnose einer primären Demenz (z.b. Alzheimer-Demenz) gestellt wird, obwohl eigentlich eine behandelbare Erkrankung vorliegt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine sekundäre Demenz wieder zurückbildet, ist umso grösser, je leichter diese ausgeprägt ist und je kürzer sie besteht, das heisst je früher man sie erkennt. Deshalb spielt Früherkennung eine extrem wichtige Rolle.

Früherkennung – Weshalb ist das wichtig ?

Wenn eine Beeinträchtigung der Alltagsfunktionen feststellbar ist, können dies erste Anzeichen einer beginnenden Demenz sein. Eine Früherkennung

  • ermöglicht auch das Erkennen anderer Ursachen (siehe Beschreibung Alzheimer-Demenz)
  • bedeutet ein Ende der Unsicherheit
  • ermöglicht den Beginn einer Therapie - weil Diagnose

Ein frühes Ansetzen von Therapiemaßnahmen führt zur Verbesserung der Lebensqualität und Erhaltung der Selbständigkeit und ist ein wichtiger Aspekt für die Zukunftsplanung. Angehörige und Betreuungspersonen können sich besser auf die neue Situation einstellen. 

Das Wissen um die Erkrankung vermeidet Hilflosigkeit im sozialen Umfeld der Betroffenen.

 

Florian Sebesta | MAS-Trainer

Florian Sebesta

Psychologischer Berater | MAS-Trainer

Ziel meiner Arbeit ist es AUTONOMIE und SELBSTWERT für Menschen mit Demenz solange wie möglich zu erhalten und Angehörigen Entlastung zu bieten.