Alzheimer-Demenz: Angehörige als zweites Opfer der Krankheit - Tipps zur Entlastung

Angehörige von Demenzerkrankten brauchen Entlastung

Die Hauptlast in der Pflege und Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen liegt bei den Angehörigen. Als pflegender Angehöriger wird man damit zum zweiten Opfer, das die Krankheit fordert.

Die Herausforderung für pflegende Angehörige

Die Wesensveränderung eines vertrauten Menschen schmerzt und belastet, aber auch die Tatsache, dass man 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr bei der Pflege gefordert wird.

Oft geht das bis an den Rand körperlicher und seelischer Erschöpfung – irgendwann brauchen die Angehörigen selbst Hilfe und Unterstützung, damit man die schwierigen Herausforderungen im Alltag weiterhin gut meistern kann.

Wie gehe ich als Angehöriger mit der Krankheit richtig um?

Es ist wichtig zu verstehen, was sich hinter dem Krankheitsbild Alzheimer bzw. Demenz verbirgt, was seine Ursachen sind und wie es sich äußern kann. Informieren Sie sich rechtzeitig so umfassend wie möglich über das Thema Alzheimer-Demenz.

Je mehr Sie wissen, umso besser - Sie werden dadurch sicherer im Umgang mit Ihrem erkrankten Angehörigen.

Holen Sie sich als Angehöriger rechtzeitg alle Unterstützung die Sie bekommen können:

- durch Information zu Krankheitsbild und -verlauf, medizinischer, psychosozialer Begleitung, Entlastungsmöglichkeiten, etc.

- über praktische Unterstützungsmöglichkeiten, wie Demenzservicestellen, Beratung, Training, Besuchsdienste, Einbinden des sozialen Umfeldes

- Mit der Zeit werden Sie ein gutes Gespür bekommen, wie Sie ihren erkrankten Angehörigen passend und richtig unterstützen können - und auch wie Sie demenzgerecht kommunizieren können.

- Sie werden auch trotz der Krankheit schönen Stunden mit ihrem erkrankten Angehörigen verbringen.

Aber, was ist Demenz?

Demenz ist medizinisch betrachtet eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Wichtige Aufgaben, wie das Gedächtnis, das räumliche Orientierungsvermögen oder auch die Sprache funktionieren zunehmend schlechter. Am bekanntesten ist die Alzheimer-Demenz. Die wörtliche Übersetzung des lateinischen Wortes lautet "ohne Geist sein". Es verdeutlicht, was mit dem betroffenen Menschen tatsächlich passiert.

Was passiert, wenn man an Demenz erkrankt?

Der Mensch verliert die Kontrolle über sein Denken und damit über sich selbst. Andererseits leidet auch die Persönlichkeit des Erkrankten. Dadurch kommt es zu Verhaltensänderungen bzw. grundlegenden Änderungen der Wesenseigenschaften. Vor allem dies ist der Grund dafür, dass der Umgang mit Betroffenen für Familienangehörige und soziales Umfeld oft sehr schwierig wird.

Gedächtnisstützen bringen Erleichterung

Gestalten Sie den Tagesablauf für den Erkrankten und für Sie einfacher, indem Sie mit Gedächtnisstützen arbeiten, wie z.B.

  • Liste mit wichtigen Telefonnummern neben dem Telefon
  • Legen Sie die Kleidungsstücke zum Ankleiden zurecht
  • Beschriften Sie Türen wie Toilette, Badezimmer, Küche, etc.
  • Arbeiten Sie mit Checklisten für die Dinge, die zu erledigen sind, z.B. an der Ausgangstüre.

Wie kann ich mir als Angehörigen selbst helfen ?

WICHTIG: DENKEN SIE AUCH AN SICH SELBST!

  • Sorgen Sie für Ihre Gesundheit, indem Sie sich Zeit für sich selbst nehmen, für Ihre Interessen bzw. Hobby.
  • Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen.
  • Holen Sie sich professionelle Unterstützung in dieser schwierigen Situation, um sich zu entlasten.
  • Berücksichtigen Sie auch in der Kommunikation, dass es niemals der Mensch ist der kränkt, sondern die Krankheit.
  • Sie sind keinesfalls für die Krankheit verantwortlich. Allerdings dafür, dass Sie alles unternehmen, damit es dem Betroffenen und vor allem auch Ihnen in dieser herausfordernden Zeit gut geht.
  • Nehmen Sie auch Hilfen von außen an, wo immer sich diese bieten.

FAZIT:

Neben dem Wissen über Krankheitsverlauf und Möglichkeiten der Unterstützung für die Erkrankten ist es vor allem für Sie als Angehörige wichtig auf Ihre Gesundheit und Ressourcen zu achten. Dies alles schafft die Basis für gelingende Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten.

Als diplomierter MAS-Demenztrainer und psychologischer Berater unterstütze und begleite ich Sie und Ihren erkrankten Angehörigen in dieser herausfordernden Situation.

  • Ihren erkrankten Angehörigen durch MAS-Demenztraining und auf Wunsch und Bedarf auch durch Begleitservice
  • Sie als Angehörige(n) durch Beratung und Wissensvermittlung zur Erkrankung sowie durch psychologische Beratung.

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Portrait: Florian Sebesta

Florian Sebesta

MAS-Demenztrainer & Psychologischer Berater

Bei meiner Arbeit steht der Mensch im Mittelpunkt.

Der Leitsatz für all mein Tun:

Der Mensch wird erst am Du zum Ich!

Martin Buber