Was macht ein MAS-Demenztrainer?

Sie fragen sich, was ein MAS-Demenztrainer so macht? Wie die Trainings aussehen? Dazu möchte ich Ihnen die Geschichte von Frau Emma erzählen - die Geschichte meiner Klientin.


 

Senior

Frau Emma hat Alzheimer-Demenz

Das ist Frau Emma. Frau Emma ist 84 Jahre alt. Sie ist semimobil, dass heißt mit Rollator und Gehstock kann sie ganz schön flott unterwegs sein. Sorgen bereiten Frau Emma und ihren Angehörigen Emmas Vergesslichkeit. Vor 3 Jahren hat sie die Diagnose Alzheimer erhalten.

Bildnachweis: Portrait ältere Frau © Olga Galushko / Fotolia


MAS-Demenztraining, ja aber wobei hilft es?

Einmal in der Woche bekommt Frau Emma Besuch von Herrn Florian. Herr Florian ist MAS-Demenztrainer. Hinter dieser sperrigen Abkürzung (MAS) steckt die Erkrankung “Morbus Alzheimer Syndrom”. Das Synonym ist auch abgeleitet von den Begriffen “Motivieren, Aktivieren und Stärken” . Kurzum: Das Training hilft Frau Emma, trotz Alzheimer so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung selbstständig leben zu können.

Motivieren, um an den Erfolgserlebnissen zu wachsen

Heute hat Herr Florian einen Koffer voller Trainingsutensilien mitgebracht. Frau Emma schaut gespannt auf den Koffer und meint mit Augenzwinkern: “Was tun Sie mir denn heute wieder an?”. Seit Beginn des Trainings vor 5 Monaten hat Frau Emma stückchenweise ihren alten Humor zurückgewonnen. Anfangs war sie ziemlich störrisch. Trainieren? Lernen? Was soll denn dieser Schwachsinn? Doch mit den Erfolgserlebnissen in den Trainings  begann sich Frau Emma immer mehr darauf zu freuen.

Aktivieren und Selbstwert steigern

“Frau Emma, welcher Tag ist denn heute?”, fragt Herr Florian. “Na, Freitag …”, entgegnet diese fast beleidigt. Ist doch selbstverständlich; das weiß doch jedes Kind. Für Frau Emma war es aber lange Zeit nicht mehr selbstverständlich, zu wissen, welcher Tag oder welche Jahreszeit haben wir aktuell. Sie hat sich dafür geschämt. Manchmal bringt sie die Tage auch jetzt noch durcheinander. Aber immer seltener.

Herr Florian holt aus seinem Koffer ein Kreuzworträtsel. Frau Emma macht große Augen - das soll sie mit Alzheimer schaffen? Früher hat sie knif­f­lige Rätsel ja geliebt. Gemeinsam mit Herrn Florian hat sie richtig Spaß beim Lösen des Rätsels. Und dieser ist erstaunt über das Wissen, dass in seiner Klientin steckt. Sichtlich stolz fügt Frau Emma das letzte Wort ein. Durch solche Aufgaben gewinnt sie wieder an Selbstwert zurück.

Stärken - manchmal auch auf unkonventionellen Wegen

Die Zeit vergeht rasch. Frau Emma erzählt Herrn Florian, dass sie nicht mehr alleine vom Stuhl aufstehen kann. Sie ist so unsicher. Herr Florian steht auf und meint: “Frau Emma, Sie haben mir ja erzählt, dass Sie so gerne Walzer tanzen. Wollen wir ein Tänzchen wagen?” Perplex sieht Frau Emma ihren Trainer an: “Jetzt?” Herr Florian: “Ja, warum nicht?” Frau Emma fasst Mut; “Walzer-Tanzen”, das motiviert sie. Sie stützt sich auf den Stuhllehnen ab und erhebt sich. Auch die paar Schritte zu Herrn Florian kann sie gut gehen. Danach tanzen sie, so weit es Frau Emmas Mobilität erlaubt, ein paar Walzerschritte.

Wie Sie sehen, sind die Trainingsmethoden eines MAS-Demenztrainers mitunter unkonventionell. Die Aufforderung “Probieren Sie doch einfach, aufzustehen” hätte jedoch nur den Eigensinn von Frau Emma auf den Plan gerufen. Das weiß Herr Florian genau.

Angehörige entlasten

Die eineinhalb Stunden Training sind vorüber. Nun ist Frau Emma sehr müde. Sie verabschiedet ihren Trainer mit den Worten: “Grüßen Sie Ihre Familie und ein schönes Wochenende.”

Anschließend trifft Herr Florian Frau Emmas Tochter Natascha. Für sie sind die Trainings eine Entlastung. In den 1,5 Stunden hat sie Zeit für sich, Zeit um Besorgungen zu machen oder einfach nur auszuspannen. Sie ist nicht gezwungen zusätzliche Betreuung für ihre Mutter zu organisieren. 

“Herr Florian, was haben Sie mit meiner Mutter gemacht?”,  begrüßt ihn Natascha und fährt fort, “Meine Mutter ist wieder viel zugänglicher und ich kann viel besser mit ihr reden. Auch läuft sie nicht mehr ständig weg. Sie ist so gut drauf.” 


Gut drauf trotz Alzheimer-Demenz

Das ist meine Devise als MAS-Demenztrainer. Spaß und Freude am Tun stehen im Vordergrund der Trainings. Das Ziel: Die Autonomie und den Selbstwert meiner Klientinnen und Klienten zu stärken und zu erhalten. 

Florian Sebesta | MAS-Trainer

Florian Sebesta

MAS-Demenztrainer & Psychologischer Berater

Ziel meiner Arbeit ist es AUTONOMIE und SELBSTWERT für Menschen mit Demenz solange wie möglich zu erhalten und Angehörigen Entlastung zu bieten.